Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Übersetzen und Dolmetschen?

Übersetzen ist die schriftliche Übertragung eines geschriebenen Textes aus der Ausgangssprache in die Zielsprache. Dolmetschen hingegen ist die mündliche Übertragung eines gesprochenen Textes.

 

Wie wird eine Übersetzung berechnet?

Eine Übersetzung wird üblicherweise pro Normzeile in der Zielsprache verrechnet. Das Honorar für eine Übersetzung hängt von verschiedenen Faktoren wie vom Grad der Fachlichkeit des Ausgangstextes oder der Dringlichkeit des Auftrags ab.

 

Was ist eine Normzeile?

Eine Normzeile umfasst 55 Anschläge (inkl. Leerzeichen) und gilt als Berechnungsgrundlage für eine Übersetzung. 


Was bedeutet Ausgangssprache?

Die Ausgangssprache ist jene Sprache, in welcher der zu übersetzende Originaltext verfasst ist.

 

Was bedeutet Zielsprache?

Die Zielsprache ist jene Sprache, in die ein Text übersetzt wird.

 

Was bedeutet Gegenlesen?

Gegenlesen ist unsere Qualitätskontrolle. Jede Übersetzung wird nach der sorgfältigen und umfassenden Überprüfung durch die Übersetzerin von einer Kollegin oder einem Kollegen gelesen und im Bedarfsfall korrigiert, um höchste Qualität zu gewährleisten. 

 

Warum ist Übersetzen nicht bloßes Abtippen in einer anderen Sprache?

Sprachen sind von Natur aus in ihrer Form und ihrem Charakter unterschiedlich: Was in einer Sprache gesagt wird, ist in einer anderen Sprache unüblich oder wird anders ausgedrückt. Während man im deutschsprachigen oder anglophonen Raum davon spricht, dass „Rom nicht an einem Tag erbaut wurde“, bezieht man sich im frankophonen Raum auf „Paris“. Daher müssen jeder Satz und jede Formulierung genau überdacht werden. Dieses bewusste Auseinandersetzen mit der Sprache sowie umfassende Recherchen (etwa von Terminologie oder Zitaten) sind die Grundlagen für jede professionelle Übersetzung. Das wiederum bringt einen gewissen Zeitaufwand mit sich.  Die Übersetzerin muss sich oftmals in ein spezifisches Thema und die dazugehörige Fachterminologie einarbeiten. Eine Übersetzung kann also bei guter Qualität nur bedingt von heute auf morgen entstehen.

 

Was ist der Unterschied zwischen Simultan- und Konsekutivdolmetschen?

Simultandolmetschen erfolgt, wie auch der Name sagt, praktisch zeitgleich mit dem Vortrag in der Originalsprache und erfordert daher eine Simultananlage (Dolmetschkabine/ Flüsterkoffer mit Mikro für die Dolmetscherin und Kopfhörer für die Zuhörer). Bei einer Simultandolmetschung kommen immer zwei Dolmetscherinnen zum Einsatz.

Konsekutivdolmetschen im Vergleich dazu erfolgt zeitversetzt, das heißt, die Dolmetscherin macht sich während des Vortrags Notizen und dolmetscht diesen abschnittsweise (ca. alle 5-10 Minuten). Dafür ist kein technisches Zubehör notwendig. Simultandolmetschen kommt vor allem bei Veranstaltungen mit großem Publikum zum Einsatz, während bei kleineren Gruppen bzw. auch bei Dolmetschsituationen, die nicht in einem Vortragsraum stattfinden, primär konsekutiv gedolmetscht wird.

 

Warum werden beim Simultandolmetschen zwei Dolmetscherinnen benötigt?

Da das Simultandolmetschen höchste Konzentration erfordert, kann eine Dolmetscherin höchstens 20 Minuten am Stück dolmetschen. Daher wechselt sie sich mit ihrer Kollegin ab. So können zwei Dolmetscherinnen über einen ganzen Konferenztag hinweg eine professionelle Dolmetschung gewährleisten.

 

Was ist ein ganzer Dolmetschtag? Was ist ein halber Dolmetschtag?

Dolmetschhonorare werden auf Grundlage von Dolmetschtagen verrechnet. Ein Dolmetschtag umfasst in der Regel 7-8 Stunden; dauert ein Konferenztag außerordentlich lange, wird ein höherer Tagessatz verrechnet. Es gibt auch halbe Dolmetschtage: Jeder Dolmetscheinsatz, der bis zu 4 Stunden dauert, wird als halber Dolmetschtag verrechnet, wobei das Honorar 75 % des Ganztageshonorars beträgt. Bei Kurzeinsätzen (max. eine Stunde) wird ein Stundensatz verrechnet.

 

Warum kostet ein halber Dolmetschtag nicht die Hälfte eines ganzen Dolmetschtages?

Eine sprach.fest-Dolmetscherin bereitet sich auf jeden Einsatz gründlich vor. Das Einarbeiten in das Thema eines Vortrags oder einer Konferenz ist meist sehr zeitintensiv. Dieser Aufwand reduziert sich bei einem kürzeren Einsatz kaum. Außerdem finden Dolmetscheinsätze oft nicht am Berufssitz der Dolmetscherin statt, wodurch eine An- und Abreise zum bzw. vom Konferenzort notwendig ist. In diesen Fällen kann die zweite Tageshälfte nicht für einen weiteren Einsatz genutzt werden. Aus diesen Gründen werden für einen halben Dolmetschtag 75 % eines Ganztageshonorars verrechnet.

 

Warum wollen wir Dolmetscherinnen immer schon alles im Vorhinein wissen?

Eine gute Dolmetscherin ist eine gut vorbereitete Dolmetscherin. Dolmetscherinnen arbeiten in den verschiedensten Fachbereichen, teilweise in hochspezialisierten Gebieten. Darum ist es für eine gute Vorbereitung unerlässlich, dass die Dolmetscherin vorhandene Unterlagen, Vortragsmaterialien oder Hintergrundinformationen im Vorhinein zur Verfügung gestellt bekommt.